Strom aus Wind, Wasser, Holz und Sonne für eine CO2 freies Wädenswil – Warum finden wir keine Mehrheit, die mehr Lust auf Zukunft hat?
Wädenswil – inzwischen 24321 Personen, 11618 Haushalte, 15788 Fahrzeuge gross - überweist dem Bund und den Treibstofflieferanten jährlich 16Mio Franken für Treibstoffkosten. Darin sind die Heizkosten für Gas und Heizöl noch nicht einmal miteingerechnet! Jahr für Jahr kauft die Schweiz für mehr als 20 Milliarden Franken Erdölprodukte aus zweifelhaften asiatischen und afrikanischen Ländern ein, die damit Kriege finanzieren und Korruption begünstigen. Der Bevölkerung in diesen Ländern wird ihre Lebensgrundlage entzogen und es bleibt ihnen nichts anderes als die Armut und die Flucht. Wir tun so als ob wir diesen Zusammenhang nicht wüssten.
Ein weiterer Effekt durch den weltweit exorbitant steigenden Erdölverbrauch ist der Klimawandel. Er führt zu einer rapiden Gletscherschmelze, lässt durch den stetig steigenden Permafrostlevel unsere Berge einstürzen und verändert unsere Fauna und Flora nachhaltig. Gemäss einem aktuellen ETH Forschungsbericht werden unsere Gletscher in 80 Jahre (!) verschwunden sein. Werden Sie es ertragen können, wenn laufend weniger Frischwasser in den Zürichsee fliesst und vor unserer Haustüre die Gewässer zu stinkenden Kloaken verkommen sind? Wie erklären wir unseren Enkelkindern, dass wir im Erdölrausch jahrzehntelang Milliarden von Franken exportierten, statt lokal mit unserem Gewerbe und Hochschulen nach zukunftsfähigen Lösungen zu suchen?
Wädenswil hat nach dem Gemeindezusammenschluss die grösste Anzahl Kühe im ganzen Kanton Zürich und somit ein riesiges Biogaspotential, unsere Wälder könnten Energie liefern für Holzschnitzelkraftwerke und die nach Süden ausgerichtete Dachflächen würden genügen, nicht nur um unseren gesamten Stromverbrauch für Gewerbe und Privathaushalte abzudecken, sondern auch zukünftig sämtliche Elektroautos und Elektrobusse laden zu können.
Die ZHAW vor der Haustüre liefert uns heute schon Ideen und Konzepte für eine schlaue Energieproduktion, -speicherung und -verbrauch und unser lokales Gewerbe setzt die Ideen mit Ihren Lehrlingen um. Begabte Programmierer verbessern und überwachen laufend die Energieeffizienz. Wir haben es in unserer Hand unser lokales Gewerbe zu unterstützen und so Verantwortung für unsere Zukunft zu übernehmen.
Aber warum bleibt die Klimabewegung immer wieder in einem Sumpf von Besserwisserei, Pessimismus und Zynismus stecken, mit der Haltung «Bringt ja sowieso nichts»? Warum übersteigt die Klimakatastrophe das Vorstellungsvermögen gewisser Personen, Politiker und Parteienvertretern? Die notwendigen Veränderungen beginnen im Kopf, wir müssen unseren Energiehaushalt sanieren und brauchen dafür eine mehrheitsfähige Gesellschaft, die Lust auf Zukunft hat. Dafür müssen Jung und Alt, Umweltschutz und Wirtschaft, Technik und Natur, Industrie und Landwirtschaft, Politik und Bevölkerung zusammenspannen. Wetten, dass dies geht, bevor wir realisieren, dass wir weder Erdölprodukte trinken noch Uran essen können?
Angelo Minutella
GLP Gemeinderat Wädenswil
Dienstag, 21. Mai 2019
Mittwoch, 25. Oktober 2017
Wädenswil, quo vadis?
Viele Läden leiden unter dem Druck des Einkaufstourismus und dem boomenden Online-Shopping. Mit den sichtbaren Leerständen wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt: Die Frequenzen nehmen weiterhin ab, was bestehende Mieter wiederum zum Wegzug motiviert. Mit den Einkaufszentren an den peripheren Lagen mit sehr guten Parkplatzangeboten werden die Umsatzströme umgeleitet zu Lasten der zentralen Lagen. Das grundsätzliche Problem ist, dass ein abnehmender Branchenmix in den zentralen Lagen die Attraktivität massiv einschränkt. Mit der fehlenden Profitabilität müssen Kosten gesenkt werden, was wiederum sich auf das Mietzinspotential auswirkt. Profitablere Dienstleistungsunternehmen siedeln sich zunehmend in den Erdgeschossen an und reduzieren damit das Einkaufserlebnis, dies sind sich die Vermieter oft nicht bewusst. Experten der Credit Suisse prognostizieren, dass im Laufe der nächsten zehn Jahre jeder dritte Laden in der Schweiz verschwinden wird!
Der Stukturwandel
führt zu einer veränderten Geschäftsnutzung in der Kernzone, die oft zu einem Einbruch
der wirtschaftlichen Grundlage der Liegenschaftsbesitzern führt. Dies stellt
Private und öffentliche Hand vor gravierende Probleme. Es hat sich gezeigt,
dass ein aktives Vorgehen seitens der öffentlichen Hand einem Laisser-faire
vorzuziehen ist. Durch die frühzeitige Einbindung aller Akteure lassen sich zum
Teil schwer reversible Folgen vermindern. Aber auch die Wädenswilerinnen und Wädenswiler
sind gefordert: Kaufen Sie vor Ort, weil es den Ort erhält! Fachgeschäfte sind
sehr praktisch, um die ins Auge gefasste Kleidung oder das schöne Paar Schuhe
zu probieren, sich über die Vor- und Nachteile des jeweiligen Fernseh- oder
Computermodells beraten oder sich eine Buchempfehlung geben zu lassen. Ein
Fachgeschäft überlebt aber kaum, wenn der Kunde dann anschliessend billig im
Internet bestellt.
Ich wünsche Ihnen
weiterhin einen erlebnisreichen Einkauf ins unserer schönen Kernzone!
Angelo Minutella
Gemeinderatspräsident
und GLP Vizepräsident
Mittwoch, 16. August 2017
Jobmotor Energiewende
Es geht nicht nur um Bau
von Windkraftwerken und Solaranlagen, sondern auch um Energieeffizienz und –speicherung.
In Wädenswil
verbraucht jeder Einwohner energiemässig ein äquivalent von 3200 Liter Erdöl
pro Jahr. 40% davon entfallen auf die Beheizung von 3300 Gebäuden und
Warmwasser. Mehr als zwei Drittel dieser Liegenschaften wurden vor 1976 gebaut
und verbrauchen dreimal mehr Energie als jene Gebäude, die nach dem Energiestandard
ab 2001 erstellt wurden.
Würden diese 2200
beheizten Gebäude saniert, könnte mehr als 50% der Gebäudeenergie eingespart
werden. Dies entspricht einen Minderverbrauch von 600 Liter Erdöl pro Wädenswiler(-in)
und Jahr. Gelder die nicht mehr in erdölproduzierenden Staaten fliessen würden und
mit denen Misswirtschaft betrieben und Terrorismus unterstützt wird.
In unserem Erdölrausch
vergessen wir gerne, dass wegen dem schwarzen Gold internationale Kriege
geführt werden und mit deren Verbrauch unser Klima zu Ungunsten unserer Kinder aufgeheizt
wird.
Mit einer
Gebäudesanierung nehmen Sie nicht nur eine länder- und
generationenübergreifende Verantwortung wahr, Sie unterstützen auch nachhaltig
unser lokales Gewerbe. Architekten, Schreiner, Heizungstechniker und
Solaranlagenbauer werden noch einiges zu tun haben bis alle Gebäude saniert
sind. Bis dann werden auch die Batteriepreise der Elektromobile so tief
gefallen sein, dass Sie sich diese Fahrzeugkategorie leisten können. Denn
unsere Mobilität verbrennt ebenfalls 1000 Liter Erdöl pro Wädenswiler(-in) und
Jahr. Und wie kommt der saubere Strom in die Batterie? Ihr lokaler
Solaranlagenbauer wird es Ihnen verraten. Packen Sie einfach die Sonne in den
Tank, in Wädi stehen dafür mehrere zehntausend Quadratmeter, nach Süden
gerichtete Dachflächen zur Verfügung!
Ich wünsche Ihnen
weiterhin viele sonnige Tage
Angelo Minutella
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